Pfadfinder – Was tun wir eigentlich?
Eine der häufigsten Fragen, die uns Pfadfindern gestellt wird, lautet:
„Was macht ihr eigentlich bei den Pfadfindern?“
Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, denn um wirklich zu verstehen, was es bedeutet, Pfadfinder zu sein, muss man es selbst erleben.
Aber hier versuchen wir es einmal:
Bundeslager (Bula)
Das ist ein Zeltlager, bei dem alle vier Jahre Pfadfinderinnen und Pfadfinder der CPD aus ganz Deutschland für circa zwei Wochen im Sommer zusammenkommen. Hier kommt ihr zum Film des Bulas 2022, der sehr gute Einblicke in die Pfadfinderei bietet: Film – Bundeslager 2022
C-Arbeit
Wie der Name Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands bereits sagt, spielt der Glaube bei uns eine zentrale Rolle. In den Sippenstunden und bei Aktionen setzen wir uns mit christlichen Themen auseinander, halten Andachten und danken beim Essen. Einmal im Jahr organisieren wir als Siedlung ein C-Wochenende, bei dem wir uns intensiv mit Glaubensthemen beschäftigen.
Auch wenn unser christlicher Glaube ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist, heißen wir alle herzlich willkommen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Wir bitten jedoch um Respekt und Akzeptanz für diesen Teil unserer Gemeinschaft.
Fahrten
Fahrten sind Wanderungen, die über wenige oder auch mehrere Tage dauern können. Dabei schließen sich oft kleine Gruppen aus der Siedlung oder sogar aus verschiedenen Städten zusammen, um gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen – zu Fuß oder mit dem Fahrrad, manche sogar mit dem Kanu. Ob innerhalb Deutschlands oder bei einer Großfahrt ins Ausland, wir sind nur mit dem Nötigsten in unseren Rucksäcken unterwegs, erkunden die Natur und erleben aufregende Abenteuer. Dabei wächst die Gemeinschaft auf eine ganz besondere Weise.
Gau
Ein Gau besteht in der CPD aus mehreren Siedlungen, Stämmen und Neuanfängen, die nah beieinander liegen. Hier gibt es gemeinsame Aktionen wie das Pfingstlager oder die Gauwaldweihnacht, bei denen man zusammenkommt, Abenteuer erlebt und neue Freundschaften schließt.
Kluft
Unsere einheitliche Kleidung, die Kluft, besteht aus grauen Hemden, die mit wenigen Abzeichen versehen sind. Dazu gehören zum Beispiel das Symbol der CPD, die Kreuzlilie, und andere, die zeigen, zu welcher Siedlung oder welchem Stamm wir gehören. Anders als in manchen Filmen tragen wir nicht viele Abzeichen für spezielle Leistungen. Ergänzt wird die Kluft durch Wanderschuhe und weitere praktische Kleidungsstücke. Das Tragen der gleichen Kleidung fördert das Gemeinschaftsgefühl und erinnert uns daran, dass es auf den Charakter eines Menschen ankommt – nicht auf äußere Merkmale oder materiellen Besitz.
Siedlung/ Stamm
Eine Siedlung oder ein Stamm ist in der Regel eine Pfadfinderortsgruppe, die verschiedene Altersstufen vereint. Er besteht aus mehreren kleineren Gruppen wie Sippen und Meuten, die zusammen Abenteuer erleben und Pfadfinderaktionen gestalten.
Sippenstunden
Wir treffen uns wöchentlich für anderthalb bis zwei Stunden in kleinen Gruppen, den Sippen, die aus 4-8 Mädchen und/oder Jungen, den Sipplingen, im gleichen Alter bestehen. Geleitet werden die Sippen von ausgebildeten Jugendlichen, den Sippenführern, die ein paar Jahre älter sind als die Sipplinge. In den Sippenstunden gehen wir oft nach draußen, spielen, basteln, kochen und lernen nützliche Dinge wie Knoten knüpfen, Zelte aufbauen oder Feuer machen – alles Teil der Probenarbeit. Dazu gehört auch die christliche Arbeit, bei der wir uns zum Beispiel mit Andachten beschäftigen. Natürlich bereiten wir uns in den Sippenstunden auch auf anstehende Aktionen vor.
Stände
In der CPD orientiert sich das Ständesystem nicht streng am Alter, sondern vielmehr an persönlicher Entwicklung, Erfahrung und Fähigkeiten. Als Grundschüler startet man als Wölfling in der Meute. Mit 10-12 Jahren wechselt man als Neuling in die Sippe und beginnt mit der Probenarbeit, die Wissen und Fähigkeiten in den Bereichen Natur, Lagerleben, Glaube und Persönlichkeitsentwicklung vermittelt.
Die erlangten Stände sind: Jungpfadfinder, Knappe, Späher und schließlich Kreuzpfadfinder. Als Jungpfadfinder erhält man das blaue Halstuch, und mit den höheren Ständen kommen verschiedene Anstecker dazu.
Unsere Werte
Unsere Werte bei der CPD lassen sich gut in den Pfadfindergesetzen und unserer Losung „Allzeit bereit“ zusammenfassen. Kurz gesagt: Wir möchten allen Menschen offen, freundlich, verantwortungsbewusst und hilfsbereit begegnen – unabhängig von Nationalität, Religion, sexueller Orientierung oder Hautfarbe. Der Schutz der Natur liegt uns ebenso am Herzen wie das Erleben einer gleichberechtigten, familiären Gemeinschaft, in der der Spaß nicht zu kurz kommt.
Zelte
Auf Fahrten und Lagern schlafen wir in Schwarzzelten, die aus robusten, schwarzen Planen zusammengesetzt und mit Seilen und Stämmen aufgebaut werden. Diese Zelte lassen sich vielfältig gestalten. Am häufigsten nutzen wir Kothen für 4-6 Personen und Jurten, die Platz für etwa dreimal so viele bieten. Großzelte, die bei Lagern als zentraler Ort für Singerunden, Gottesdienste und Programmpunkte dienen, sind in unterschiedlichen, beeindruckenden Varianten aufgebaut.
Zeltlager
Das ganze Jahr über, vor allem aber im Frühling und Sommer, nehmen wir an verschiedenen Zeltlagern teil. Dort zelten wir entweder mit unserer Siedlung oder zusammen mit vielen anderen Pfadfindern und genießen das einfache Pfadfinderleben. Es gibt vielfältige Programmpunkte wie Spiele, Naturerkundungen, handwerkliche Workshops (Gilden) und vieles mehr. Gekocht wird über dem Feuer, die Tage beginnen und enden mit Andachten, und gemeinsam essen wir oft in Essenskreisen. Abends singen wir zusammen am Lagerfeuer, begleitet von Gitarrenklängen. Alles ist einfach gehalten, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können.
Die Lagerplätze liegen meist abseits des Alltagstrubels, oft auf Wiesen, an Flüssen oder Seen, wo wir uns in den Pausen auch mal abkühlen können.
